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Die optimale Ernährung für Kaninchen

Bei der Kanichenhaltung spielt die passende Ernährung einen sehr großen Faktor für die Kaninchen. Damit die kuscheligen Langohren sich wohlfühlen, sollte eine abwechslungsreiche Ernährung ein Grundbestandteil der artgerechten Tierhaltung darstellen. Das sehr empfindliche Verdauungssystem ist auf rohfaserreiche Pflanzenteile konzentriert, die die Tiere ständig zu sich nehmen müssen. Auf diese Weise wird der notwendige ständige Zahnabrieb unterstützt. Was Sie hinsichtlich der Ernährung alles beachten sollten, erfahren Sie hier.

 

Generelles

Zusammensetzung Kaninchen Frischfutter

Zusammensetzung Kaninchen Frischfutter

Kaninchen ernähren sich von trockenen als auch von frischen Pflanzen. Stellen Sie Ihren Tieren jederzeit gutes Heu zur Verfügung – es bildet die Grundlage einer gesunden Ernährung. Insgesamt sollten Sie die Nahrung abwechslungsreich gestalten, so bleiben Ihre Tiere auch gesund. Neben Heu benötigen sie viel Frischfutter: frisches Gras, Salate und Kräuter, Gemüse und etwas Obst sowie Zweige, die sie benagen können.

Darüber hinaus ist es von äußerster Wichtigkeit die körperlichen Vorgänge der Nahrungsaufnahme zu verstehen, wenn man seine Kaninchen gesund und natürlich ernähren will.
Die vorderen Schneidezähne als auch die Backenzähne eines Kaninchens wachsen lebenslang wöchentlich bis zu 1,8 mm. Daher müssen Sie Ihrem Kaninchen Futter und Knabbereien reichen, die den Zahnabrieb begünstigen. Ansonsten könnte die Konsequenz bei mangelnder Abnutzung Verletzungen im Mundbereich sowie Behinderung der Futteraufnahme sein.

Auch den Magen-Darm-Trakt der Kaninchen sollten Sie bei der Fütterung berücksichtigen. So leistet dieser zwar bei der Verwertung der nährstoffarmen Kaninchennahrung wahre Wunderwerke, jedoch hat insbesondere die Magenwand nur schwach ausgeprägte Muskeln. Wegen dieser geringen Muskelmasse kann der Magen den Nahrungsbrei nicht selbstständig weitertransportieren. Es ist darauf angewiesen, dass frischer Nahrungsnachschub diese Funktion übernimmt. Aufgrund dessen ist es wichtig, dass Kaninchen den ganzen Tag über Nahrung zu sich nehmen und nicht nur zwei- oder dreimal pro Tag gefüttert werden.


Der Speiseplan Ihres Kaninchenskaninchen ernährung

 

  • Frischfutter (2 x tägl. gegeben, insgesamt ca 150-200g/ kg Kaninchen)
  1. Gemüse –mind.1/3 vom Frischfutter ( Sellerie, Möhre, Wirsing, Sitzkohl, Kohlrabi, Brokkoli, Weißkohl, Fenchel, Wurzelpeterilie)
  2. strukturiertes Grünfutter – mind. 2/3 der Frischfutterration (z. B. Gräser, Kräuter, Blumenkohlblätter, Radieschenblätter)
  3. Obst – in geringen Mengen (z.B. Apfel oder Birne)
  • Raufutter
  1. Heu (ständig zur freien Verfügung)
  2. Getrocknete Kräuter, Blüten, Blätter (nur in geringen Mengen, da stark Calcium-haltig)
  • Zusätzliches Futter
  1. Ölsaaten- max. 1 TL am Tag pro Tier (z.B. Raps, Mariendistel, Anis, Sonnenblumenkerne, Amaranth,  Hanfsamen)
  2. Pellets (optional)- max. 1 Teelöffe am TTag pro Tier(besonders bei Außenhaltung im Winter)
  3. Nagematerial – gelegentlich (Äste von Obstbäumen, Zweige, Haselnuss)

Im Folgenden gehen wir auf die einzelnen Bestandteile einer optimalen Ernährung detailliert ein:

Heu

kaninchen heuKaninchen ernähren sich In der Natur ernähren Kaninchen hauptsächlich von Wiesenpflanzen wie z.B  Gräser oder Kräuter. Da Heu gleichzusetzen mit  getrockneter Wiese ist, kann sie diese Grundnahrung ersetzen. Im Optimalfall können Halter ihren Kaninchen viel frische Wiese bieten. Da dies oft nicht umsetzbar ist, bietet Heu in diesem Fall den Ersatz. Je nachdem wie wir unsere Kaninchen ernähren ist Heu immer wichtig. Wenn Sie viel frische Wiese verfüttern, ist Heu natürlich nicht mehr so bedeutend.
Darüber hinaus unterstützt Heu auch die Zahngesundheit der Kaninchen und mit dem hohen Rohfaseranteil die Verdauung.

 

Frischfutter

Am Tag brauchen Kaninchen viel Frischfutter, welche viele wichtige Nährstoffe für Kaninchen liefern. Sie können Frischfutter mit etwas Gemüse oder nur Obst und Gemüse anbieten. Eine Handvoll täglich reicht vollkommen

Gräser aller Art eignen sich dafür z.B.:

  • Kamille,
  • Ringelblume
  • Wegerich
  • Löwenzahn
  • Ackerwinde usw.

Sie sollten diese jedoch nicht unbegrenzt zur Verfügung stellen, denn es besteht dann das Risiko einer Nährstoff-Überversorgung.

Übrigens sind getrocknete Kräuter insbesondere im Winter eine gute Alternative zu frischen. Beispielsweise wenn nichts wächst, oder wenn man nicht die Chance hat frische Kräuter zu bekommen. Sie sollten bestmöglich die Finger von Müsliriegeln, Drops, Knabberstangen und anderen komischen Sachen lassen. Viele Futtermischungen sind minderwertige  Abfälle, die gemahlen und gefärbt werden. Durch künstliche Aromen wird der Geschmackssinn der Kaninchen manipuliert, so dass sie diese qualitativ schlechte Nahrung verschlingen. Wir haben für Sie die besten Fertigmischungen in unserem Trockenfutter- Vergleich zusammengestellt.

 

Leckereien

Leckereien sollten Sie immer nur in kleinen Mengen  einmal oder alle paar Wochen den Kaninchen verfüttern. Knabberstangen oder getrocknetes Brot sind aber als Kaninchenfutter ungeeignet, da sie zu zuckerhaltig sind oder Milch enthalten.

 

Wasser

Durch eine artgerechte Ernährung wird ein Großteil des Flüssigkeitsbedarfs gedeckt. Dennoch sollten Sie immer frei zugängliches Leitungswasser in z. B. einem Wassernapf zur Verfügung stellen. Bei wasserarmen Frischfutter oder im Sommer benötigen Kaninchen natürlich mehr zu trinken. Auch bei einigen Erkrankungen steigt ihr Flüssigkeitsbedarf.

Unverträgliche Lebensmittel

Sie sollten bei der Kaninchenernährung auf alle Milchprodukte verzichten, da ein Kaninchen kein Enzym für die Milch-Verdauung besitzen. Kaninchen kann die Milch nämlich nicht verdauen, da sie kein Enzym dafür besitzen. Nur junge Kaninchen haben noch solch ein Enzym, wodurch sie die Milch der Mutter als Kaninchenfutter aufnehmen und verarbeiten können.
Stark kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot oder Getreide sollten besser nicht verfüttert werden. Diese können sonst Verdauungsstörungen erwirken. Zudem sind einige Kohlarten ungeeignet, da sie zu Aufblähungen führen können. Avocados beispielsweise sollten gemieden werden, weil diese vor allem im unreifen Stadium giftig sein könnten.

Weiterhin sollten Sie diese Lebensmittel nicht verfüttern:

  • Zwiebelgewächse wie Porree, Zwiebeln, Rettich und Radieschen und Schnittlauch,
  • Weiß-, Rot- und Rosenkohl
  • Linsen, Erbsen und Bohnen
  • Kartoffeln
  • Rhabarber (hoher Anteil an Oxalsäure)
  • Steinobst wie Kirsche, Pfirsich, Pflaume, Nektarine und Mirabelle
  • Exotische Früchte wie Granatapfel, Guaven, Papaya, Physalis, Kumquat usw.
  • Trockenes, hartes Brot

Fütterungstipp

Füttern Sie im Optimalfall saisonal. Dies schont Ihren Geldbeutel und hält die Kaninchen gesund. Saisonales Futter ist weniger mit Spitz- und Düngemitteln belastet und enthält die für die entsprechende Jahreszeit wichtigen Nährstoffe.
Beispiel für so einen saisonalen Speiseplan:

  1. Frühjahr: Zweige mit Knospen und frischen Blättern,
  2. Sommer: Wiesenpflanzen und Baumblätter
  3. Herbst:    Herbstpflanzen aus der Natur, Zweige und Laub, Obst, Heu
  4. Winter:    Kohl, Rüben, Knollengemüse, Pflanzenreste, Saaten, Obst, Trockenkräuter, Heu,

Weitere Informationen zur Ernährung der Kaninchen finden Sie in diesem Video:

Empfehlenswerte Ratgeber und weiterführende Literatur

Unter den zahlreichen Ratgebern zur Kaninchen-Ernährung den Richtigen zu finden, ist gar nicht so einfach. Fast jeder Kaninchenhalter hat Bücher mit Fehlinformationen oder wenig hilfreichen Tipps gekauft, bevor er erstmal ein gutes Buch erwischt. Deshalb wollen wir Ihnen helfen, hilfreiche, aktuelle Ratgeber mit guten Infos zu finden. Wir haben viele Bücher zur Ernährung gelesen und können die folgenden Ratgeber empfehlen:

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  • Ronald Krieg
  • Herausgeber: Oertel u. Spörer
  • Auflage Nr. 1 (31.03.2015)
  • Taschenbuch: 80 Seiten
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Letzte Aktualisierung am 22.09.2019


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