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Hier finden Sie alle Infos zu Kaninchen & Hasen

 Das gesunde Kaninchen- Gesundheitscheck

In freier Wildbahn bedeutet Krankheit für Kaninchen meistens den Tod. Deshalb zeigen erst nach einer Zeit, dass es ihm nicht gut geht. Verdauungsstörungen und daraus folgende Erkrankungen stellen ein großes Gesundheitsrisiko dar. Tatsächlich enstehen die meisten Krankheitsursachen im empfindlichen Verdauungssystem der Kaninchen. Neben der Ursache in der genetischen Veranlagung sind häufig Zahnprobleme und eine falsche Ernährung.
Damit Sie eine Erkrankung rechtzeitig erkennen, sollten Sie regelmäßig den Gesundheitscheck durchführen. Was Sie dabei alles beachten müssen, erfahren Sie hier:

Muss das Kaninchenmal zur Urlaubsbetreuung abgegeben werden, ist es sinnvoll, den Pflegepersonen eine kleine Gesundheits-Checkliste mit an die Hand zu geben, insbesondere wenn es sich um weniger kaninchenerfahrene Personen handelt.

Kaninchen selbständig untersuchen

Um Krankheiten frühzeitig zu erkennen ist es wichtig, das Kaninchen täglich zu beobachten und bei kleinen Auffälligkeiten es sofort genauer unter die Lupe zu nehmen und ggf. einen Tierarzt aufzusuchen. Der erste Anhaltspunkt für das Allgemeinbefinden Verhalten. Gesunde Kaninchen, die sich wohlfühlen, sind spielfreudig und an ihrer Umgebung interessiert.Tagsüber ruhen die Tiere, morgens und abends hingegen sind sie aktiv.

An diesen aktiven Phasen können Sie am besten beurteilen, ob es Anzeichen für Unwohlsein bzw. Schmerzen gibt. Sobald die Tiere sich zurückziehen, apathisch in einer Ecke liegen oder sonstige Verhaltenauffälligkeiten zeigen, sind dies erste Hinweise auf eine Erkrankung. Wenn die Tiere weniger oder gar nichts fressen, sollten Sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen.

Folgende Untersuchungen sollten Sie auch noch durchführen:

  • Kommen alle zur Fütterung?
  • Fressen sie in der normalen Geschwindigkeit?
  • Hoppeln Sie wie gewohnt?
  • Ist der Kot normal geformt?
  • Gibt es Auffälligkeiten am Gewicht?
    Wiegen Sie das Tier und schreiben Sie sich das Gewicht auf.
  • Sind die Augen verklebt, gerötet oder geschwollen?
  • Sind die Schneidezähne gerade und haben diese eine normale Länge?
  • Gibt es beim Abtasten des Tieres Tumore, Verdickungen und Aufgasungen?
  • Hat das Fell kahle Stellen?
  • Ist der After verklebt?

In diesen folgenden Videos erfahren Sie alles Weitere zum Gesundheitscheck von Kaninchen:


Krankheitszeichen erkennen und bewerten

kaninchen krankheiten erkennenWie erkennen Sie aber, ob Ihr Haustier an einer Kaninchenkrankheit leidet? Hier zeigen wir Ihnen  aufgelistet häufiger vorkommende Symptome der Kaninchenrassen. Wenn Sie Anzeichen einer Erkrankung bei Ihrem Kaninchen erkennen sollten, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf. Jedes Anzeichen muss ernst genommen werden:

SymptomeMögliche Ursachen
GewichtsverlustGewichtsschwankungen um 50 - 100g die Woche sind (je nach Größe des Tieres) normal. Deutliche Gewichtsverlust wie innerhalb 2 Tagen 50g, weist auf Krankheiten und Stress zu
Veränderte AugenBei deutlichen Veränderungen in den Augen könnte eine s könnte eine Bindehautentzündung, Zahnprobleme oder Verletzung vorliegen.
Kahle Stellen im Fell oder vermehrtes KratzenKahle und schorfige Stellen weisen auf einen Parasitenbefall bzw. auf einen Pilz hin.
Bei dem Fellwechsel ist dünnen Fell hingegen vollkommen normal
Kaninchen sabbertSabbert das Kaninchen sehr stark könnte das ein Hinweis auf beginnende Backenzahnprobleme oder auf ein Pilzbefall sein
Verklebter schmutziger AfterEin verschmutzter After weist auf Darmprobleme hin.
Kein KotabsatzEin fehlender Kotabsatz über einen längeren Zeitraum weist auf Verstopfung hin
Ausfluss aus der Scheide in Verbindung mit Aktivitätsverlust und FutterverweigerungZeichen für eine Gebärmutterentzündung. Sie sollten unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.
DurchfallZeichen für eine bakterielle Infektion. Colibaktieren sowie Spulwürmer lösen einen Durchfall aus.
Blut im Urin, Schmerzen beim WasserlassenZeichen für eine Blasenerkrankung oder einen Blasenstein
Der Urin von gesunden Kaninchen ist hellgelb bis dunkelorange gefärbt
Verdickungen unter der HautEs könnte sich um Zysten, Liposarkome, Adenome, Krebs oder andere Wucherungen handeln. Operative Entfernung notwendig
Humpeln bzw. FehlstellungDas Kaninchen hat sich eine Fraktur oder eine Verstauchung zugezogen
Starker NestbautriebScheinträchtigkeit
Vermehrte Sekretbildung, Verletzungen, Schuppen oder Rötungen am OhrDies weist alles auf eine Infektion, Pilz- oder Parasitenbefall hin
Bauch angespannt und aufgeplustertes und angespanntes SitzenAnzeichen auf starke Fehlgärung im Darm

Die häufigsten und bekanntesten Kaninchenkrankheiten

Kaninchen wirken robust – sind aber sehr empfindlich gegenüber Krankheiten. Einige Krankheiten kann man mit einer guten Haltung vorbeugen. Wenn Sie Anzeichen einer Erkrankung bei Ihrem Kaninchen erkennen sollten, suchen Sie sofort einen Tierarzt auf.
Die häufigsten Krankheiten alphabetisch sortiert im Überblick:

KrankheitSymptomeMögliche Ursachen
AbszessSchmerzhafte Schwellung im Gesicht und in Nähe des Maulsentzündete Bissverletzungen oder Mangelernährung
Bezoare/ steinartige Gebilde im Magen-Darm-TraktMagenüberladung oder TrommelsuchtVerstärkt Aufnahme von Haaren
DurchfallWeicher oder wässriger Kotplötzliche Futterumstellung, Futterverweigerung, Stress oder bakterielle Infektion
EnterokolitisNahrungsverweigerung, massive Verdauungsstörungen, Durchfall
Führt in schlimmen Fällen zum Tod!
Geschwächtes Immunsystem, falsche Fütterung, viele Kaninchen auf engem Raum
FliegenmadenWunden mit Madenbefall, hauptsächlich im AnalbereichEiablage von Fliegen im Kot- und Urin im Fell
Grützbeutel/ AtheromKnotige Verhärtungen in der HautVerstopfte Talgdrüsen
HefenBlähungen bis hin zur einer TrommelsuchtFalsche Ernährung: Viel Zucker und Kohlenhydrate
SchnupfenNiesen, Nasenausfluss, Ohrenentzündungen, Bakterielle Infektionen des oberen Atmungssystems
LungenentzündungAppetitlosigkeit, Fieber. häufiges Niesen und NasenausflussParasitäre Erkrankungen der Lunge, virale Infektionskrankheiten
MaulatmungKaninchen sperrt das Maul extrem auf. Dringender Notfall!Schwerste Atemnot
MagenüberladungMangelnder Appetit bis hin zu gar kein Fressen, dicker BauchFalsche Ernährung, Vegiftung, Bezoare, Verstopfung
OhrentzündungSchiefhaltung des Kopfes, Kratzen am betroffenen OhrEingedrungener Fremdkörper im Ohr, Infektionen, Milbenbefall,
Pilzerkankungen auf der HautKahle oder schuppige StellenGeschwächtes Immunsystem, Kontakt mit infizierten Tieren
RHD/ RHD 2Plötzliches Versterben! Symptome kaum zu beobachtenInfektion mit dem RHD/ RHD 2-Virus
Trommelsuchtdeutliche Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, AppetitlosigkeitPlötzliche Futterumstellungen, Zahnerkrankungen/-fehlstellungen, Infektionen des Magen-Darm-Traktes
VergiftungenVariiert stark! Typische Symptome: starker Speichelfluss, Verdauungsstörungen, plötzliche BlutungenGiftpflanzen, verdorbenes Futter

Parasitenbefall vorbeugen

Häufig werden Kaninchen bereits im Mutterleib infiziert. Auf diese Erkrankungen habt Ihr keinerlei Einfluss. Hier hilft nur regelmäßige ärztliche Untersuchungen.

Ansonsten könnte Parasitenbefall auch auf mangelnder Hygiene hindeuten. Sorgt deshalb täglich für frisches Futter und Wasser, entfernt Futterreste und achtet im Gehege auf Sauberkeit. Verschmutztes Streu und Futter sollte umgehend ausgetauscht werden.

Weitere Informationen zur Vorbeugung von Krankheiten finden Sie in diesem Video:


Verabreichung von Medikamenten

Sollte Ihr Kaninchen krank sein, kommen sie nur selten drum herum, Medikamente zu verabreichen. Damit dies schonend für Ihre Kaninchen und stressfrei für Sie erledigt wird, möchten wir Ihnen Tipps zu diesem Thema geben.

Schritte zur Medikation

  1. Zuerst müssen den besten Platz für die Prozedur herausfinden. Manche Kaninchen lassen sich am besten auf dem Boden behandeln, weil sie sich so sicher fühlen. Einige Kaninchen flüchten auch, sobald Sie diese behandeln möchten. Eine Lösung hierfür wäre, diese auf dem Schoß oder Bett zu behandeln. Wenn die Kaninchen zappelig sind, sollten Sie die Tiere sanft in ein Handtuch wickeln.
  2. Wenn Sie einen Platz gefunden haben, legen Sie alles bereit: Ein Handtuch, die Medizin, Spritze und eine Belohnung für das Langohr.
  3. Versuchen Sie jeden Tag die Prozedur gleich zu gestalten– Also immer am gleichen Platz, gleiche Uhrzeit usw. . Auf diese Weise weiß das Kaninchen, wann die Behandlung anfängt und wann sie endet wird und muss nicht in ständiger Angst leben, dass Sie es quälen wollen.

Tipps zur oralen Tabletteneinnahme

Die meisten Medikamente sind in Tablettenform erhältlich. Manche Medikamente schmecken nach nichts und andere sind sehr bitter. Manche Kaninchen spucken alles wieder aus, während andere wieder alles fressen. Hier einige Tipps zur oralen Verabreichung:

 

  • Versuchen Sie erstmal, dem Tier die Tablette einfach aus der Hand anzubieten.
  • Stecken Sie die Tablette in das Lieblingsfutter Ihres Kaninchens (Banane, Apfel)
  • Zerkleinern Sie die Tablette und mischen Sie das Medikament unter das Lieblingsfutter (Apfelbrei, Joghurt etc.)
  • Sie können eine halbe Tablette in eine Weintraube oder Banane stecken, oder in ein Blatt Basilikum oder ähnliches einwickeln.
  • Verstecken Sie die Tablette unter dem Trockenfutter
  • Im schlimmsten Fall: Zerstossen Sie die Tablette und lösen Sie diese mit etwas Wasser oder Fruchtsaft auf. Geben Sie das Gemisch in eine Spritze (ohne Nadel!)  und spritzen Sie es dem Tier ins Mäulchen.

Tipps zur flüssigen Medikamenteneinnahme

Flüssigkeiten können Sie auf folgende Formen verabreichen:

  • Sie sollten versuchen die Medikamente mit einem Lieblingsessen zu vermischen,  wie z.B. Haferflocken, Banane oder saftige Pfirsiche.
  • Sie können auch mehrere Zutaten zusammenmischen. Dann geben Sie es auf einen flachen Teller (nicht in eine Schüssel), das hilft, damit sich der Geruch der Medizin verflüchtigt.
  • Schmieren Sie das Medikament um das Mäulchen und an die Vorderpfoten, das Kaninchen putzt sich so und nimmt dabei das Medikament auf.
  • Notfalls geben Sie die abgemessene Medizin in eine
  • 1ml Spritze(ohne Nadel)  oder in eine Pipette.

kaninchen pulverTipps zur Pulvereinnahme

  • Pulver lässt sich meist mit der Lieblingsspeise vermischen, dann wird es sehr gerne mitgefressen. Sollte es das Medikament zu stark herausschmecken, sollten Sie mehr Mischsubstanz hinzugemischt werden.
  • Das Pulver können Sie auch über das normale Frischfutter streuen, wenn Sie es zuvor anfeuchten.
  • Ebenfalls notfalls kann das Medikament mit wenig Wasser aufgelöst und mit einer 1ml-Spritze seitlich ins Maul verabreicht werden.
Einen Ratgeber zur Verabreichung von Medikamenten finden Sie hier:

Lesenswerte Ratgeber und Leitfäden bei Kaninchenkrankheiten

Unter den zahlreichen Leitfäden zur Kaninchenkrankheiten den Richtigen zu finden, ist gar nicht so einfach. Fast jeder Kaninchenhalter hat Bücher mit Fehlinformationen oder wenig hilfreichen Tipps gekauft, bevor er mal ein gutes Buch erwischt hat. Deshalb wollen wir Ihnen helfen, hilfreiche, aktuelle Ratgeber mit guten Infos zu finden. Wir haben die meisten Bücher zur Kaninchenkrankheiten gelesen und können die Folgenden empfehlen:

Kaninchenkrankheiten: Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln
8 Bewertungen
Kaninchenkrankheiten: Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln
  • Siegfried Matthes
  • Herausgeber: Oertel & Spörer
  • Auflage Nr. 5 (26.11.2010)
  • Gebundene Ausgabe: 152 Seiten
Dosierungsvorschläge für Arzneimittel bei Kleinnagern, Kaninchen, Frettchen und Igeln (DOSVET)
  • Ilka Ute Emmerich, Jutta Hein, Wilfried Kraft
  • Thieme
  • Kindle Ausgabe
  • Auflage Nr. 2 (22.08.2018)
  • Deutsch

Letzte Aktualisierung am 6.12.2019


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